Pressestimmen

«Kunst wird immer von starken Strömungen beherrscht – und immer schwimmen Einzelne gegen den Strom. schön&gut tun das mit langem Atem. Comedy ist heute in der freien Szene marktbeherrschend, aber schön&gut behaupten literarisches Sprechtheater wider jeden Zeitgeist. Mit Leichtigkeit lösen sie festgeschriebene Gegensätze in Luft auf: Sie machen politisches und sinnliches Kabarett. Ihre Texte sind literarisch verschlüsselt und das Publikum amüsiert sich köstlich. Sie kritisieren mit scharfer Klinge und zelebrieren genussvolle Raffinesse. Sie sind intellektuell anspruchsvoll und abgründig witzig. Sie sind Sprachvirtuosen und für alle leicht verständlich. schön&gut machen einfach ihr eigenes Ding.»

Laudatio von Gardi Hutter, Jury-Mitglied Schweizer Kleinkunstpreis 2017

«Zum grossen Vergnügen, nicht nur von den aus der Krone der Dorflinde die gesamte Szenerie kommentierend beobachtenden Herr und Frau Meise, ergänzen Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter die ausgeklügelte Dramaturgie mit zahllosen Unwägbarkeiten, unvorhersehbaren Loyalitäten und simplen, durch Scheuklappen verursachten Irrtümern. Nicht nur die bärtigen Hans und Heiri aus dem «Bundesordner» verirren sich ins fünfte «schön&gut»-Programm, auch Agneta kämpft über die Verständigungsschwierigkeiten hinaus mit der richtigen Einordnung historischer Schweizerdaten, die sie für die Einbürgerung kennen muss. Ihre charmant vielschichtigen Fehlinterpretationen bringen nicht nur alle Ordnungsliebe durcheinander, sondern bilden auch die Steilpässe für liebreizend klingende freudsche Versprecher, die sich mit jedem neuen Programm deutlicher als bissige Zeitgeist- oder eben Gesellschaftskritik entpuppen.

Thierry Frochaux, P.S., 24. Februar 2017

«Flüchtlinge, die Fragen rund um Heimat und Fremde, fehlende und offene Horizonte bilden den roten Faden der «Mary»-Einbürgerungs-Geschichte. Themen, die Schlatter und Rickert allesamt gekonnt mit ihren Figuren anzusprechen und auszuleben wissen. Stück für Stück demaskieren sie die Schweiz und auch die Welt im Allgemeinen. Das neue Programm von schön&gut ist gelungenes politisches Kabarett, das stellenweise ehrlicher ist, als man es vielleicht gerne hätte.»

Christine Bachmann, Der Landbote, 26. November 2016

 «Der Gemeindepräsident macht die Zuschauer vor der Haberhaus Bühne leibhaftig zu den Grosshöchstettern, als er bei der Gemeindeversammlung zur Menge vor sich spricht. Dieses Dorf, das sind wir alle. Mit solch simplen, aber smarten inszenatorischen Kunstgriffen begeistert das Stück unter der Regie von Roland Suter. Es kommt dabei mit einem Minimum an Kostümen und Requisiten aus. Ein Jackett, ein Kopftuch oder ein falscher Bart, mehr Verkleidung brauchen Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter nicht, um in ihren Rollenwechseln zu überzeugen. Die Aufmerksamkeit gilt ganz ihrer Schauspiel-, Gesangs- und vor allem Sprachkunst. schön&gut hinterfragen das Doppelbödige unserer Sprache wie auch unserer Mentalität. Das ist oft ironisch, kalauerhaft, und auch an Schenkelklopfern fehlt es nicht. Es überwiegen aber immer scharfsinniger Witz und poetische Subtilität, sodass es im voll besetzten Saal, der gerade noch von Gelächter erfüllt war, oft plötzlich ganz still wird. schön&gut trifft mit seinem wort- und geistreichen Kabarett den Nerv der Zeit.»

Nora Leutert, schaffhauser az, 10. November 2016

 «Dem Theater im Teufelhof ist zum 28. Saisonstart ein fulminanter Auftakt geglückt: Das poetische und politische Kabarettistenduo schön&gut hält der immer «rechter» werdenden Schweiz erbarmungslos augenzwinkernd den Spiegel vor und hinterfragt deren Werte und vermeintlichen Paradiesstatus. Mit brillantem Wortwitz, köstlicher Imitationskunst von Dialekten und Akzenten, herrlicher Mimik und unterhaltsamen Gesangseinlagen wird das Publikum durch das knapp zweistündige und dennoch kurzweilige Programm geführt. schön&gut zeigen fantasievolles, geistreiches und dennoch bissiges Kabarett.»

Judith Opferkuch, Basler Zeitung, 17. September 2016

 «Das neue Programm ist gewohnt poetisch und politisch. Rickert und Schlatter wechseln ihre Rollen routinierter denn je, und man nimmt ihnen die behaupteten Figuren sofort ab. Steht Schlatter als Schön auf der Bühne, dann übernimmt Rickert die Rolle des Counterparts Kellenberger - so können sich die beiden einen Fight liefern. Und will Agneta mit ihrem Alter Ego einen Dialog führen, dann knüpft sich Schlatter ein Kopftuch um und mimt die Lettin. Und wenn er mal einen Pfarrer darstellen muss, dann zieht er bloss das Jackett verkehrt herum an - so einfach, so genial.»

Daniel Arnet, Sonntagsblick Magazin, 11. September 2016

 «Die Gesellschaft Oltner Kabarett-Tage ehrt das Duo schön&gut mit dem Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2014. Seit über zehn Jahren überzeugen Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter mit hochkarätigem, politisch-gesellschaftlichem Kabarett. Ihre grosse Kunst sind die Verschachtelung von Geschichten, fliegende Rollenwechsel und ihre mit grösster Sorgfalt gepflegte Sprache, die in rasanten Wortspielen immer wieder literarische Sphären erreicht. Die beiden Kabarettisten glänzen mit Wärme und Echtheit ihrer Figuren, musikalischer Finesse und feinem Gespür für latent schwelende Fragen unserer Zeit. Damit kultivieren schön&gut Humor für Fortgeschrittene, ohne dabei an Volksnähe einzubüssen. Für diese kunstvolle Gratwanderung und ihre poetisch-musikalischen Analysen menschlicher Befindlichkeiten werden schön&gut mit dem Cornichon 2014 ausgezeichnet.»

Gesellschaft Oltner Kabarett-Tage, Mai 2014

«Das Duo schön&gut gewinnt das vierte Comedy-Rating der Sonntagszeitung.
Das ist ja schön und gut, aber … – getreu ihrem Namen versteckt das Duo schön&gut in seinen kunstvoll gedrechselten Sätzen abgründige Missverständnisse. Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter ritzen mit feinem Humor und musikalischer Raffinesse an der Fassade einer heilen Schweiz. Und schaffen dank ihrer Lust an der Sprache den schwierigen Spagat zwischen intellektuellem Anspruch und volksnahem Witz.»

Christian Hubschmid, Sonntagszeitung, 25. August 2013

«Was Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter in ihrem vierten Kabarettprogramm zeigen, ist ein Abend voll träfem Sprachwitz, virtuos balancierten Metaphern und rasanten Rollenwechseln. Zücken die Schauspieler die Ukulele oder das Akkordeon, werden die Texte politisch und bissig. Getarnt durch harmlose Melodien singen die beiden gegen die «Schergen der Volkspartei» an, gegen die übertriebene Angst der Schweizer, gegen selbstgerechte Klimapolitik und gegen pädophile Pfarrer. Grossartig, wie sie in einer funky Discoeinlage das ganze Drama einer unglücklichen Ehe in wenige Reime packen.»

Roger Berhalter, St. Galler Tagblatt, 17. Mai 2013

«Es sind nicht nur die geschickte Verschachtelung der Geschichte, die genüsslich und aus dem Vollen geschöpften Charaktere, die dieses Theater so wunderbar machen. schön&gut liefern sich in ihrer umfassenden Wortlust und Sprachverliebtheit fast literarische Duelle, fechten mit der und gegen die Sprache und verdrehen dem Zuhörer bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Verstand mit Umdeutungen und Neuverständnis. So sitzt man atemlos dabei und wird Wort für Wort mit einem neuen Sprachbewusstsein imprägniert.»

Falco Meyer, Neue Zuger Zeitung, 4. Mai 2013

«schön&gut wechselten mühelos von geistreichen Wortkaskaden zu handfestem Klamauk. Sie holten das Maximum aus dem beschränkten Bühnenraum heraus (Regie: Roland Suter) und boten dem begeisterten Publikum, was am besten mit «nachhaltiger Unterhaltung» umschrieben werden kann.»

Erwin Künzi, Schaffhauser Nachrichten, 11. April 2013

«Der Abend ist bunt im besten Sinn, abwechslungs- und temporeich. Stark sind die zahlreichen Wortspiele, die Texte sind oft richtige Reim- und Rhythmusbrocken. Roland Suters Regie wirkt da stark durch; die beiden sind sehr präzise und vermögen den Rhythmus gegen das Ende zu steigern. Der Wechsel der Rollen gelingt nahtlos. Auch der immer drunter gerührte Schuss Selbstironie ist wohltuend. So kann ein Kabarett sehr angriffig sein und ist doch nie zynisch, die Wärme und Echtheit der Darsteller macht trotzdem alles schön und gut. Der ausverkaufte Teufelhof dankte es mit grossem, warmem Applaus.»

Jörg Jermann, Basellandschaftliche Zeitung, 2. März 2013