Maliaño stelle ich mir auf einem Hügel vor
«Maliaño stelle ich mir auf einem Hügel vor» ist zunächst einmal die unglaubliche Geschichte von Gustav Julius Kaufmann, der gezeugt wird, als die Sonne durch ein Loch im Berg scheint, der von Geburt an niesen muss, wenn er in die Sonne schaut und der sich eines schönen Tages dorthin aufmacht, wo das Wetter herkommt. Er bleibt bewegungslos in der Bahn sitzen, fährt bis zur Endstation und zieht von dort ausschließlich und schnurgerade in Richtung Westen. Er geht zu Fuß nach Maliaño. Maliaño stellt er sich auf einem Hügel vor. In Maliaño wohnt Ida Nordpol Zeppelin. Von ihr kennt er nur die Stimme, aus seinem kleinen Weltempfänger-Radio. Sie betreibt eine Wetterradiostation und wartet seit sieben Jahren auf ein beständiges Hochdruckgebiet. Jetzt ist es unterwegs. Es heißt Gustav, kommt ausnahmsweise von Osten und zu Fuß.
Ralf Schlatters zweites Buch ist die wundersame wetterbedingte Liebesgeschichte zwischen Gustav Julius Kaufmann und Ida Nordpol Zeppelin, eine Erzählung voller liebevoll absurder Figuren und rätselhaft skurriler Vorkommnisse, von Menschen, die Distanzen in Zahnseide messen und Zeit in Salzverbrauch, von einer Dentalhygienikerin mit wetterfühligen Zähnen und einer Ersatzmutter mit vier Nieren. Es ist eine moderne Abenteurergeschichte von einem, der auszieht, den sagenhaften Ort namens Maliaño zu finden und dabei sich selber und seiner überschäumenden Fantasie begegnet.
Zusammen mit seiner Bühnenpartnerin Anna-Katharina Rickert, mit der er als «schön&gut» auftritt (Gewinner des Salzburger Stiers 2004) hat Ralf Schlatter aus der Erzählung eine szenische Lesung eingerichtet. Premiere war am 15. Januar 2004, im Literaturcafé Sphères in Zürich. Die Erzählung «Maliaño stelle ich mir auf einem Hügel vor» wurde ausgezeichnet mit einem Anerkennungspreis des Kantons Zürich und einem halben Werkjahr der Stadt Zürich.
«Im Zürcher Literaturcafé Sphères hatten die liebenswürdig- skurrilen Hauptfiguren aus Schlatters Erzählung einen leibhaftigen Auftritt. Zusammen mit seiner Partnerin Anna- Katharina Rickert startete Ralf Schlatter hier eine szenische Lesetour. Sie mit geblümtem Rock, er in grauem Anzug, aber inkorrekt farbigen Schuhen: So nahmen Ida und Gustav das Publikum in eine Welt voll kluger Poesie mit, in der sich Witz und Melancholie, Märchenhaftigkeit und ironische Brechung, Einfallsreichtum und sprachliche Präzision glücklich vereinen.»
Produktion
- Ausstattung: Theres Signer, Basel.
- «oeil extérieur»: Roland Suter
- Foto: Reto Schlatter, Zürich
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Booking: post@schoenundgut.ch