«IM STURZ DURCH ZEIT UND RAUM»
«Haben Sie Zeit? Und wenn ja, wie viel? Oder ist sie ihnen schon davongelaufen? Oder laufen Sie vor ihr davon, damit sie nicht kommt? Eins kann ich ihnen verraten, ganz im Vertrauen: Sie kommt, ihre Zeit. Früher oder später.»
So spricht Frieda Freud, und sie muss es ja wissen. Frieda Freud ist nämlich Himmelsempfangsdame, für alle mit Anfangsbuchstaben L. Und heute kommt Liesegang in den Himmel. Alfons Liesegang. Er war Bankangestellter, 39. Todesursache: Er hat sich die Zeit genommen. Frieda Freud hat schon ein wenig in seinem Leben geblättert und zusammen schauen sie darauf zurück, auf ein Leben im Sturz durch Zeit und Raum. Sie erinnern sich, wie Alfons Liesegang an einem einzigen Tag die ganze Welt verändern wollte. Wie er eines anderen Tages erwachte und glaubte, er müsse am Abend sterben und beschloss, an einem einzigen Tag sein ganzes Geld auszugeben. Wie er den Todestag seiner Frau unwissend und alleine in London verbrachte. Wie er am Morgen danach am Küchentisch die Zeit ganz einfach stillstehen liess. Und wie er sich die Zeit schliesslich auf tragische Art und Weise selber nahm und starb.
Zusammen mit seiner Bühnenpartnerin Anna-Katharina Rickert erzählt Ralf Schlatter seine Kurzgeschichten voller skurriler Komik, überraschenden Wendungen und einem Hang zum Absurden. Alfons Liesegang und Frieda Freud nehmen das Publikum mit in eine Welt, wo die Zeit macht, was sie will und am Ende schlicht verloren geht. Das Programm ist mit einfachsten Mitteln und effektvoll inszeniert, im zeitlosen Raum irgendwo zwischen Himmel und Erde. Die Produktion feierte am 15. Juni 2005 im Hotel Laudinella in St. Moritz erfolgreich Premiere, im Rahmen des internationalen Kulturfestivals «Resonanzen».
Produktion
- Kostüme und Ausstattung: Theres Signer, Basel.
- Stelzenproduktion: Maximilian Auerbach, München.
- Fotos: Reto Schlatter
- Die szenische Lesung dauert ca. 60 Minuten und ist überall spielbar.
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Booking: post@schoenundgut.ch